FAQ

Was ist PollyVote?
Was hat es mit dem Papagei auf sich?
Wie entsteht die PollyVote-Prognose?
Wie genau ist die PollyVote-Prognose?
Wieso liefert PollyVote so gute Prognosen?
Wie oft wird die Prognose aktualisiert?
Seit wann gibt es PollyVote?
Prognostiziert PollyVote auch Wahlen in anderen Ländern?
Wer steckt hinter PollyVote?
Wo bekomme ich mehr Informationen über PollyVote?

Was ist PollyVote?

Das Forschungsprojekt PollyVote hat es sich zum Ziel gesetzt, Erkenntnisse aus der Prognoseforschung am Beispiel von Wahlen einer breiten Öffentlichkeit zu demonstrieren. Ziel ist es, die Genauigkeit von Wahlvorhersagen mit Hilfe von empirisch validierten Prognosemethoden zu verbessern. Dabei werden insbesondere Verfahren angewandt, welche auch für andere Anwendungsgebiete nützlich sind.

Was hat es mit dem Papagei auf sich?

Polly der Papagei ist das Maskottchen des PollyVote-Projekts. Polly ist in vielerlei Hinsicht ein gewöhnlicher Papagei. Polly ist vollkommen unpolitisch und weiß nichts über Politik oder Wahlverhalten. Polly plappert lediglich nach, was er von anderen hört. Das Besondere an Polly sind sein Wissen über Prognosemethoden sowie seine Fähigkeit, Durchschnitte zu berechnen. Daher ist Polly in der Lage, eines der einfachsten und effektivsten Prinzipien der Prognoseforschung anzuwenden: die Kombination von Vorhersagen.

Wie entsteht die PollyVote-Prognose?

PollyVote sammelt Vorhersagen verschiedener Methoden, welche auf unterschiedlichen Informationen basieren. Dazu gehören die klassischen Wahlumfragen, Prognosemärkte, auf denen Teilnehmer auf den Wahlausgang wetten, Einschätzungen von Experten sowie Vorhersagen von statistischen Modellen. Dabei kombiniert PollyVote in einem ersten Schritt alle Prognosen derselben Methode nach vorher definierten Regeln. Die dadurch generierten Vorhersagen pro Methode werden im nächsten Schritt nochmals miteinander kombiniert, erneut durch die Berechnung des ungewichteten Durchschnitts.

Wie genau ist die PollyVote-Prognose?

Bislang wurde PollyVote ausschließlich für die Vorhersage von U.S. Präsidentschaftswahlen eingesetzt. Für die letzten drei Wahlen verfehlte die finale PollyVote-Prognose, berechnet am Tag vor der Wahl, das tatsächliche Wahlergebnis im Mittel nur um etwas mehr als einen halben Prozentpunkt. Zum Vergleich: der mittlere Fehler der finalen Umfrage des Gallup-Instituts war mit 1,9 Prozentpunkten drei Mal so hoch.

Vom Unterhaltungswert abgesehen sind Prognosen für kurze Zeithorizonte, wie dem Tag vor der Wahl, jedoch von geringem Nutzen. Viel interessanter ist die Genauigkeit von Prognosen über längere Zeithorizonte bei dementsprechend höherer Unsicherheit. Für die letzten drei U.S. Präsidentschaftswahlen hat PollyVote bereits Monate im Voraus den korrekten Wahlsieger prognostiziert. Für die Wahl 2004 veröffentlichte Polly die erste Prognose 8 Monate vor der Wahl, 2008 bereits 14 Monate vor der Wahl, und 2012 gar 22 Monate vor der Wahl. Vom Tag der ersten Prognose bis zum Wahltag prognostizierte PollyVote dabei den korrekten Wahlgewinner, auch in Zeiten als andere Methoden (wie z.B. Wahlumfragen oder Prognosemärkte) den falschen Kandidaten vorne sahen.

Im Schnitt waren die PollyVote-Prognosen dabei genauer als die Vorhersagen der vier Methoden, welche in die PollyVote-Prognose einfließen (Wahlumfragen, Prognosemärkte, Experteneinschätzungen und quantitative Modelle).

Wieso liefert PollyVote so gute Prognosen?

PollyVote hält sich strikt an eines der am besten erforschten Prinzipien der Vorhersageforschung: die mechanische Kombination von Vorhersagen. Forschungsarbeiten seit den 1970er-Jahren haben immer wieder gezeigt, dass sich durch Kombination von Prognosen sehr genaue Vorhersagen generieren lassen. Dabei steigt der Wert der kombinierten Vorhersage, wenn die einzelnen Prognosen auf unterschiedlichen Methoden und Daten beruhen. Das liegt zum einen daran, dass die kombinierte Vorhersage mehr Informationen berücksichtigen kann. Zum andern passiert es durch die Kombination von Prognosen häufig, dass sich die Fehler der einzelnen Komponenten gegenseitig aufheben. Die kombinierte Prognose ist wahrscheinlich das einfachste und effektivste Verfahren zur Generierung genauer Vorhersagen – leider wird es in der Praxis nur selten angewendet.

Wie oft wird die Prognose aktualisiert?

Die PollyVote-Prognose wird täglich aktualisiert oder wann immer neue Informationen zur Verfügung stehen.

Seit wann gibt es PollyVote?

PollyVote wurde erstmals für die Vorhersage der U.S. Präsidentschaftswahlen 2004 zwischen George W. Bush und John Kerry eingesetzt. Danach wurde PollyVote erneut für die Vorhersage der Wahlen in den Jahren 2008 und 2012 eingesetzt.

Prognostiziert PollyVote auch Wahlen in anderen Ländern?

Im Moment liefert Polly Vorhersagen für die deutsche Bundestagswahl sowie die U.S. Präsidentschaftswahlen.

Wer steckt hinter PollyVote?

Dr. Andreas Graefe ist verantwortlich für die deutsche Version von PollyVote, welche im Rahmen des Forschungsschwerpunkts Forecasting Politics am Center for Advanced Studies der LMU München gestartet wurde.

Darüber hinaus betreibt Andreas Graefe zusammen mit den Professoren J. Scott ArmstrongAlfred G. Cuzán und Randall J. Jones die Plattform PollyVote.com zur Vorhersage der U.S. Präsidentschaftswahlen.

Wo bekomme ich mehr Informationen über PollyVote?

Die besten Quellen sind die englischsprachigen Artikel, welche in unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden und die Entwicklung von PollyVote und die Genauigkeit des Verfahrens über die Zeit dokumentieren. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der U.S.-Version Pollyvote.com. Selbstverständlich können Sie Polly auch direkt kontaktieren.