Neue Prognosen in PollyVote mit aufgenommen

Auf der Suche nach neuen Prognosen ist Polly wieder fündig geworden. So wurden gleich drei neue Prognosemärkte hinzugefügt.

  • Bei Politikprognosen.de handelt es sich um einen sogenannten Realgeld-Markt, d.h. die Marktteilnehmer handeln mit echtem Geld. Der Einsatz eines jeden Teilnehmers ist allerdings auf 20 Euro beschränkt.
  • Zudem wurden weitere Märkte der Plattform Wahlfieber.de aufgenommen. Bislang aggregierte PollyVote lediglich die Prognosen des geschlossenen Markts, auf welchem die Teilnahme nur vom Marktbetreiber ausgewählten Teilnehmern vorenthalten ist (Wahlfieber I). Der hier als Wahlfieber II bezeichnete Markt kombiniert Vorhersagen aus drei unterschiedlichen Märkten (jeweils einem Markt für die großen, kleinen, und bislang nicht im Bundestag vertretenen Parteien) und ist der breiten Öffentlichkeit zugänglich.
  • Des Weiteren wurde die Wahlwette von Spiegel Online in die Komponente der Prognosemärkte aufgenommen. Zwar handelt es sich hier um keinen klassischen Markt, da die Teilnehmer keine Aktien der Parteien handeln können. Die Idee, dass selbst selektierte Teilnehmer eine möglichst genaue Prognose des tatsächlichen Wahlausgangs abgeben, ist jedoch mit der Informationsaggregation in Prognosemärkten vergleichbar. Forschungsergebnisse für U.S.-Präsidentschaftswahlen zeigen darüber hinaus, dass derartige Wahlerwartungsbefragungen sehr genaue Prognosen des Wahlausgangs liefern.

Der Komponente der quantitative Modelle wurde schließlich noch das Benchmark-Modell von Professor Mark Kayser und Arndt Leininger von der Hertie School of Governance hinzugefügt. Dieses Regressionsmodell prognostiziert den Wahlausgang auf Basis von vier Variablen: (1) dem Stimmenanteil der Regierungskoalition bei der letzten Wahl, (2) dem Anteil der Wähler, die sich mit den Parteien in der Regierungskoalition identifizieren, (3) die Anzahl der Jahre, die sich die Regierungskoalition bereits an der Macht befindet, und (4) dem relativen Wirtschaftswachstum in Deutschland im Vergleich zu Frankreich, Großbritannien und Italien. Für 2013 prognostiziert das Modell einen Stimmenanteil von 47.1% für die Schwarz-Gelbe Koalition. Das Modell kalkuliert darüber hinaus eine Wahrscheinlichkeit von 83%, dass es für eine Schwarz-Gelbe Mehrheit reichen wird.